elbstliebe entsteht selten durch einen einzigen großen Moment. Häufig entwickelt sie sich in den kleinen Entscheidungen des Alltags: Wie gehst du mit dir um? Welche Gefühle dürfen da sein? Nimmst du deine eigenen Bedürfnisse genauso ernst wie die anderer Menschen?
Diese fünf Schritte können dir dabei helfen.
01 — ANNEHMEN
Hör auf, deine Selbstliebe an Bedingungen zu knüpfen
Beobachte einmal, welche Bedingungen du an dich selbst stellst:
Wann glaubst du, endlich gut genug zu sein?
Wenn du schlanker bist? Erfolgreicher? Gelassener? Mehr verdienst? Eine Beziehung hast? Weniger Fehler machst?
Schreib drei Sätze auf, die mit folgendem Satz beginnen:
„Ich wäre zufriedener mit mir, wenn …“
Und dann dreh die Perspektive um:
Kann ich mich auch heute annehmen – obwohl dieser Wunsch noch nicht erfüllt ist?
Du musst deine Ziele deshalb nicht aufgeben. Selbstannahme bedeutet nicht Stillstand. Sie bedeutet lediglich, dass dein Wert nicht davon abhängen muss, ob du sie bereits erreicht hast.
02 — FÜHLEN
Erlaube dir auch unangenehme Gefühle
Wir mögen Freude, Liebe und Leichtigkeit. Schwieriger wird es häufig mit Wut, Angst, Traurigkeit, Neid, Scham oder Unsicherheit.
Doch Selbstliebe bedeutet auch, dich nicht jedes Mal abzulehnen, wenn ein Gefühl auftaucht, das nicht zu deinem gewünschten Selbstbild passt.
Wenn dich das nächste Mal ein starkes Gefühl erwischt, versuche für einen Moment nicht, es sofort loszuwerden.
Frag dich stattdessen:
Was fühle ich gerade? Wo spüre ich dieses Gefühl in meinem Körper? Und was könnte es mir sagen wollen?
Ein Gefühl darf zunächst da sein, ohne dass du danach handeln musst.
03 — VERSTEHEN
Betrachte deine alten Muster mit anderen Augen
Manche Eigenschaften, die du heute an dir kritisierst, hatten vielleicht einmal eine wichtige Funktion.
Vielleicht hast du gelernt, es allen recht zu machen, um Anerkennung zu bekommen. Vielleicht kontrollierst du vieles, weil Kontrolle dir Sicherheit gegeben hat. Vielleicht ziehst du dich zurück, weil du irgendwann gelernt hast, dich dadurch zu schützen.
Frag dich bei einem Muster, das du gerne verändern möchtest:
„Wobei hat mir dieses Verhalten früher einmal geholfen?“
Das entschuldigt nicht jedes Verhalten. Aber es verändert die Perspektive.
Aus „Was stimmt nicht mit mir?“ kann langsam die Frage werden:
„Warum habe ich das eigentlich gelernt – und brauche ich es heute noch?“